Chronik

1922 - Gründung

Im Jahre 1922, als die meisten Menschen in Deutschland anderes als Musik im Kopf hatten und die Franzosen noch das Rheinland besetzt hielten, kamen etliche Wormersdorfer Jungen auf die Idee, ein Tambour Corps zu gründen. In einer Gründungsversammlung in der Gastwirtschaft von Fräulein Katharina Hoven erklärten Adolf Bois, Josef Bois, Peter Bürger, Jakob Fassbender, Johann Hardy, Bartel Mauel, Johann Nohles, Ludwig Schmidt, Franz Simons und Winand Willms schriftlich, dass sie "gewillt seien, ein Tambour-Corps zu gründen und demselben mit all ihrer Kraft und Leistung zur Verfügung zu stehen". Unverzüglich wurde ein Vorstand gewählt mit Johann Nohles als 1. Vorsitzendem, der auch 1. Tambourführer wurde.

 

1923 - Behördliche Anerkennung/erste Einsätze

1925 bei ersten Einsätzen

1923 erfolgte die behördliche Anerkennung in Rheinbach. Den französischen Besatzungsdienststellen klang die Bezeichnung Tambour-Corps jedoch offenbar zu martialisch, so dass der neue Verein als Tambour-Sport-Club Fidelia Eingang ins Vereinsregister fand. Daraus, dass schnell zahlreiche weitere Mitglieder beitraten, kann man schließen, dass die Gründer eine Marktlücke gefunden hatten. Dabei konnte nur Mitglied werden, wer keiner politischen Partei angehörte, das 16. Lebensjahr vollendet hatte und unbescholten war. Es lässt sich nicht mehr feststellen, ob Frauen von der Mitgliedschaft ausgeschlossen waren. Es tauchen jedoch keine weiblichen Namen in den Berichten von damals auf. Wer Fidelianer werden wollte, musste eine Beitrittsgebühr von 5,- RM entrichten, der Monatsbeitrag betrug 20 Pfennige. 

Fidelia entwickelte sich schnell zu dem Kulturträger in Wormersdorf. Zum ersten Stiftungsfest 1923 reisten bereits zehn auswärtige Musikgruppen an. Der erste Martinszug und der erste Preismaskenball in Wormersdorf, aber auch Theaterspiele und die Mailehenversteigerung wurden von Fidelia organisiert.

 

1939 bis 1946 - Kriegsbedingte Stagnation

1939 brach die bis dahin gedeihliche Fidelia-Entwicklung ab, weil die meisten Mitglieder Soldat werden mussten. Die Kameraden Johann Bois, Johannes Fassbender, Kassemir Fassbender, Franz Gaeb, Karl Joseph, Ferdinand Koll, Ludwig Schmidt und Peter Vester kehrten nicht mehr aus dem Krieg zurück.

 

1946 bis 1981 - Neubeginn und Ausbau

Schon 1946 unternahmen die Glücklicheren den Neubeginn. Das Tambour-Corps wurde wieder auf- und ausgebaut. Es kamen neue Instrumente dazu, Jugendliche wurden aufgenommen und ausgebildet.

 

1961 bei Marschübung

1961 bei Marschübungen

Das Corps stellte sich unter seinen Tambourmajoren Heinz Schumann und Johannes Bois häufig erfolgreich dem Wettbewerb mit anderen Musikgruppen.

 

1981 bis 1998 - Umstrukturierung/Die Ära Borchert

Weil sich dann aber immer weniger Jugendliche fanden, die Interesse an Spielmannsmusik hatten, beschloss der Vorstand 1981 den Versuch zu wagen, Fidelia zur Blaskapelle umzubauen. Es wurden Blech- und Holzblasinstrumente sowie Rhythmusinstrumente angeschafft, und Fritz Kalenberg aus Oberdrees brachte den Musikern das Notenlesen bei. Die Erfolge der nächsten Jahre gaben dem Vorstand Recht, der den Wechsel zur Blasmusik beschlossen hatte. 1982 tauschte Harald Borchert das Saxophon mit dem Dirigentenstab. Ein Jahr später gab das Blasorchester unter seiner Führung das erste Konzert in Wormersdorf, das sich zu einer jährlichen Tradition in der Vorweihnachtszeit entwickelte. Zu diesen Jahreskonzerten kamen andere Auftritte zu besonderen Anlässen wie Jubiläen oder Konzerte unter einem besonderen Motto wie z.B. Film- und Musicalmelodien.

1983 beim ersten Jahreskonzert

1983 beim ersten Jahreskonzert

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde 1986 die heutige Vereinssatzung beschlossen, und am 18. September 1986 wurden die Musikfreunde durch Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Rheinbach zum "e.V." und vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt. Die Tradition der Teilnahme an musikalischen Wettbewerben aus Tambour-Corps-Zeiten wurde erfolgreich fortgeführt. Beim Landesmusikfest 1988 in Euskirchen trat Fidelia in der Unterstufe an. Bereits drei Jahre später beim Landesmusikfest in Geseke wurde die Teilnahme in der Mittelstufe mit einer Belobigung honoriert. 1997 wagte Fidelia den Auftritt beim Landesmusikfest in Brilon in der Oberstufe und schnitt erfolgreich ab.

1997 beim Landesmusikfest in Brilon

1997 beim Landesmusikfest in Brilon

In diesem Jahr erfolgte auch eine Konzertreise in das südenglische Städtchen Sevenoaks, das wenig später Partnerstadt von Rheinbach wurde.

 

1998 produzierten die Musikfreunde Fidelia ihre erste CD. Die Aufnahmen hierzu wurden in der Stadthalle in Rheinbach eingespielt. Zwischenzeitlich hat die CD "FideliJa" viele Abnehmer und Freunde gefunden.

 

1998 bis 2010 - Die Ära Wiedemann

Im gleichen Jahr übernahm Andreas Wiedemann den Dirigentenstab. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Orchester kontinuierlich weiter. Als ehrgeiziges Projekt wurde die Teilnahme am 3. Deutschen Bundesmusikfest in Friedrichshafen im Jahr 2000 beschlossen. Nach langem intensivem Üben traten die Fidelianer schließlich bei diesem Wettbewerb an. Die Begeisterung war riesig, als das Ergebnis bekannt gegeben wurde: Fidelia erreichte im Wertungsspiel für Konzertmusik in der Oberstufe die Note "sehr gut", wobei das Prädikat "Auszeichnung" nur um wenige Punkte verfehlt wurde. Dieses hohe musikalische Niveau konnte der Verein dank der qualifizierten Probenarbeit von Andreas Wiedemann, der in diesem Jahr sein 12-jähriges "Dienstjubiläum" bei Fidelia feiert, über die Jahre aufrecht erhalten. So haben die Fidelianer beim 4. Deutschen Bundesmusikfest in Würzburg im Mai 2007 in der Oberstufe (Kategorie 4) erneut mit sehr gutem Erfolg abgeschnitten. 

2007 beim Bundesmusikfest in Würzburg

2007 beim Bundesmusikfest in Würzburg

Fidelia ist heute ein modernes symphonisches Blasorchester, das über ein umfangreiches Repertoire verfügt und dessen Ruf weit über die Stadtgrenze von Rheinbach reicht. Die musikalisch anspruchsvollen Jahreskonzerte, die jeweils in der Adventszeit im Stadttheater Rheinbach stattfinden, sind ein Publikumsmagnet und stehen jedes Mal unter einem anderem Motto. Ein besonders herausragendes Ereignis war das "Showkonzert", das Fidelia anlässlich des 80-jährigen Vereinsjubiläums im Jahr 2003 präsentierte. Dieses Konzert war dermaßen erfolgreich, dass die 500 Plätze im Stadttheater Rheinbach nicht ausreichten.
Platzkonzerte, Kurkonzerte, Messebegleitungen, Kirchenkonzerte etc. stehen ebenfalls regelmäßig auf dem Programm der Musikfreunde Fidelia. Natürlich ist es für Fidelia eine Selbstverständlichkeit, Ereignisse in Wormersdorf (wie z.B. Seniorentag, Maiansingen, Fronleichnamsprozession, Martinszug, Rosenmontagszug, Kirmes, 1175-Jahr-Feier) musikalisch zu begleiten, denn Fidelia ist und bleibt ein Wormersdorfer Verein, der sich am Fuße der Tomburg besonders wohl fühlt.

 

2010 - Fidelia gründet ein neues Vororchester

Fidelia verstärkt die Jugendarbeit und etabliert ein Vororchester für Kinder und Erwachsenene, um den Neumusikern ein Ensemble zu bieten, um Erfahrungen im Zusammenspiel zu sammeln. Darüber hinaus gründet der Verein einen Blöckflötenkreis und eine Bläserklasse.

 

Unser Vororchester 2012

 

2011 - Johannes Meures wird neuer Dirigent

 

 

Johannes Meures übernahm im Frühjahr 2011 den Dirigentenstab. Er brachte sich mit vielen guten Ideen und Vorschlägen in sämtliche Belange der Vereinsarbeit mitein. Speziell in der Jugendarbeit konnte er Akzente setzen, weil er auch das Jugendorchester des Nachbarvereins Kreuzweingarten-Rheder leitete und somit die Zusammenarbeit beider Vereine gerstärkt wurde. Dies zeigte sich nicht zuletzt auch in dem Kinderkonzert im Frühjahr 2012. "Die Moldau" von Bedrich Smetana wurde "kindgerecht" aufgeführt. Ein Konzept, welches Fidelia in der Zukunft fortführen wird. Er veränderte das Klangbild des Orchesters und lehrte die Musiker viele interessante und wichtige Dinge, weil er sich an sämtlichen Instrumenten sehr gut auskannte. Die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins wurde forciert und eine neue Homepage aufgebaut, die uns seitdem viele neue Musiker bescherte. Somit können alle wichtigen Informationen und Artikel zu kommenden und vergangenen Auftritten nachgelesen werden. Aus beruflichen Gründen musste Johannes Meures im Herbst 2012 nach Norddeutschland umziehen und stand uns demnach leider nicht mehr zur Verfügung. Nach einer kurzen, jedoch intensiven und sehr inspirierenden Amtszeit wünschen wir Johannes alles Gute für seine Zukunft. Vielen Dank Johannes!

 

Fidelia im Waldhotel 2011

 

Herbst 2012 - Stefan Klein wird Nachfolger von Johannes Meures

 

 

2013 - "Hervorragender Erfolg" beim Deutschen Musikfest in Chemnitz

An Christi Himmelfahrt 2013 haben wir bereits zum 3. Mal am Deutschen Musikfest - dieses Mal in Chemnitz - teilgenommen und in der Kategorie Oberstufe das Pflichtstück "A City's Inspriration" von Andrew Noah Cap und das Selbstwahlstück "Lord Tullamore" von Carl Wittrock aufgeführt. Wir haben mit "Hervorragendem Erfolg" und satten 93 Punkten unser bestes Wertungsspielergebnis geschafft.